Der Rat der Gemeinde Schalksmühle hat in seiner Sitzung am 10.07.2017 die Aufhebung der 11. Änderung des Flächennutzungsplanes –Vorrangzone für Windkraftanlagen, nebst Begründung und Umweltbericht beschlossen.

Demnach ist der Bau von Windkraftanlagen nun im gesamten Gemeindegebiet möglich.

Zur Zeit sind 3 Windkraftanlagen auf dem Worthberg oberhalb des Bauernhauses Wippekühl von der EnBW (Energie Baden-Württemberg AG) mit einer Höhe von 241m und einem Rotorblattdurchmesser von 150m geplant. EnBW hat sich bereits Standortflächen gesichert, eine Bauvoranfrage gestellt und die ersten Gutachten wurden bereits in Auftrag gegeben. Die genauen Standorte lassen sich im Geodatenportal des Märkischen Kreise nachsehen. https://gdi2.maerkischer-kreis.de.

Eine Katastrophe für die Bürger von Halverscheid und Schalksmühle. Lärm, Infraschall und der bis in den Ortskern von Schalksmühle und den Bereich Löh reichende Schlagschatten werden in den nächsten mindestens 20 Jahren unsere Begleiter sein. Naherholung am Worthberg ist nicht mehr möglich. Der Anblick von Baudenkmälern wird verschandelt. Die Auswirkungen für die Natur ist nicht absehbar.

Obwohl deutsche Verbraucher hunderte von Millionen Euro für ungenutzten Ökostrom bezahlen müssen, werden weiter Windkraftanlagen gebaut. In 2016 wurden 373 Millionen Euro Entschädigungszahlungen an die Anlagenbetreiber gezahlt. 2017 bereits 610 Millionen. (Bericht in den Lüdenscheider Nachrichten vom 12.12.2018.) Das alles zahlt der Verbraucher für Strom den keiner nutzt. Was für ein Wahnsinn!!!

Auf der Ratssitzung am 28. September 2015 sprach sich der Rat der Stadt Halver mit 19 zu 14 Stimmen sowie einer Enthaltung für die Beibehaltung des Flächennutzungsplanes und somit der Konzentrationsfläche Engstfeld aus. Der Bebauungsplan wird aufgehoben, wodurch auch die bisherige Höhenbegrenzung von 99,99 m entfällt und künftig unbegrenzt hoch gebaut werden kann. Damit ist auf Engstfeld der Weg frei für den Bau einer 186 m hohen WKA. Derzeit laufen dort noch die artenschutzschutzrechtlichen Untersuchungen.

Alle Argumente der CDU und FDP für eine Höhenbegrenzung fanden bei SPD, UWG und Grünen keine Akzeptanz. Auch die Einwände seitens der Bürger fielen leider auf keinen fruchtbaren Boden.

Nun soll lt. Ratsbeschluss auf Grundlage eines Gutachtens der Firma Ökoplan aus dem Jahr 2013 eine weitere Überprüfung sowie Ausweisung weiterer Vorrangflächen in Halver (s. auch Zeitungsartikel im AA vom 14.09.2015) erfolgen. Man darf auf die Umsetzung sehr gespannt sein, wie „verträglich“ und mit welcher Akzeptanz in der Bürgerschaft der Ausbau der Windenergie in Halver angegangen wird.

Nach wie vor bleibt der viel zu geringe Abstand von WKA zu Wohnbebauung ein Thema. Die Anlagen können bis auf die 2-fache Anlagenhöhe an Wohnhäuser herangebaut werden. Mensch, Tier, Natur und Landschaft finden durch die stark ideologisierte Politik der Rot/Grünen Landesregierung keine Beachtung mehr. Umso wichtiger ist es deshalb, dass unsere kommunale Politik mit entsprechender Rücksichtnahme handelt.

Der gesundheitsgefährdende Infraschall findet bei der Errichtung von WKA nicht die angemessene Beachtung. Mit den derzeit eingesetzten Messgeräten werden die tieffrequenten Schallwellen nicht erfasst. Gerade diese sind gefährlich und treten bei den WKA der neuesten Generation stärker auf. In Bezug auf die besondere topographische Lage Halvers stellt Infraschall deshalb ein besonderes Risiko dar.